• ifp | Institut zur Förderung publizistischen Nachwuchses e.V.
  • Katholische Nachrichten-Agentur (KNA)


Eine Initiative
für junge katholische Journalisten
Startseite › Projekte ›  Aktuelles

Rückschau Dresden 2017: Die Elbmetropole ist mehr als Pegida

Die diesjährige Recherche-Reise der KNA-Promedia-Stiftung führte zehn junge Journalisten verschiedener Medien nach Dresden. Auch wenn die sächsische Landeshauptstadt keine weltbekannte Metropole ist, wie Berlin und Rom – die Ziele der früheren Journalistenreisen der Stiftung – konnten die Teilnehmer ein abwechslungsreiches und intensives Programm genießen.  

Die bestimmende Person der Reise war Sebastian Feydt. Der Pfarrer der berühmten Dresdner Frauenkirche erwies sich als wahrer Türöffner: Mit seinen guten Kontakten ermöglichte Feydt, dass sich herausragende Persönlichkeiten aus Politik und Kirchen auf Gespräche mit den Jungjournalisten einließen und dabei auch persönliche Einblicke gewährten.

Der Name der Stadt Dresden ist eng mit den Pegida-Demonstrationen verknüpft, die dort ihren Anfang nahmen. Daher verwundert es nicht, dass auch bei den Diskussionen mit den zahlreichen hochkarätigen Gesprächspartnern dieses Thema immer wieder zur Sprache kam. Das Treffen mit Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) in der Sächsischen Staatskanzlei, aber auch der Gedankenaustausch mit Vertretern der Fraktionen von SPD, Grünen und Linken im Sächsischen Landtag zeigte deutlich, dass diese Parteien die Anliegen von Pegida ablehnen. Die Erklärungsansätze für das Auftreten der Proteste unterschieden sich jedoch in vielen Punkten. Aber darin, Pegida nicht gänzlich logisch erklären zu können, stimmten alle Politiker überein. Auch der Besuch im Dresdner Rathaus und das Gespräch mit dem Pressesprecher und dem Büroleiter des Oberbürgermeisters konnten da keine Klarheit bringen.

Neben der Beschäftigung mit Pegida lag ein zweiter Schwerpunkt der Reise auf der kirchlichen Situation in Sachsen. Bei Gesprächen mit Heinrich Timmerevers, dem katholischen Bischof von Dresden-Meißen, und seinem evangelischen Amtskollegen, Landesbischof Carsten Rentzing, wurde klar, dass die Christen in Sachsen trotz ihrer Minderheitensituation Einfluss auf die Gesellschaft nehmen. Der Direktor der Katholischen Akademie des Bistums, Thomas Arnold, legte seine Sicht auf Kirche und Politik dar. Auch Pfarrer Feydt hatte einiges zum Thema Pegida zu sagen: Die Demonstranten treffen sich gelegentlich auch im Schatten der Frauenkirche.

Abgerundet wurde die informative Reise durch ein spannendes Rahmenprogramm: Der Besuch eines Gottesdienstes in der Dresdner Hofkirche gehörte ebenso dazu wie ein Abendessen mit ortsansässigen Kollegen von regionalen und nationalen Medien. Die Dresdner Journalisten konnten angesichts der „Lügenpresse“-Vorwürfe der Pegida-Anhänger von teils sehr persönlichen Erfahrungen mit diesen bedrohlichen Rufen erzählen.

Die Unterstützung der Rotary-Clubs Dresden-Goldener Reiter und Kaarst-Korschenbroich ermöglichte die Reise finanziell und war auch ideell eine Bereicherung. Die Begleitung durch Mitglieder dieser Clubs und die vielen guten Gespräche bereicherten die Reise sehr.

Text: Roland Müller / Christoph Koitka



Rückschau Rom 2016: Die Herausforderungen der Weltkirche und die Medien

Eines haben die zehn jungen Journalisten, die im Mai mit der KNA-Promedia-Stiftung Rom besuchten, schon jetzt praktisch all ihren Kolleginnen und Kollegen in Deutschland voraus: Sie kennen den neuen Sprecher des Heiligen Vaters, Greg Burke, bereits persönlich. Damals war er noch der Stellvertreter von Pater Lombardi, doch seit Mitte Juli hat er dessen Nachfolge angetreten.

Als Tür- und Themenöffner-Reise versteht die Stiftung ihre Einladung an den journalistischen Nachwuchs, hinter die Kulissen der katholischen Welt zu blicken – sei es in Berlin, Brüssel oder anderswo. Dieses Mal war Rom dran und das Programm so voll gespickt mit hochrangigen Terminen, dass einige Teilnehmer ihren Aufenthalt sogar auf eigene Faust verlängerten.

Es gibt nicht viele Gelegenheiten, einfach so mit Greg Burke zu sprechen. Für die jungen Journalisten aus Deutschland aber nahm er sich viel Zeit und plauderte ganz entspannt darüber, wie sich seine Arbeit für den Papst von seinem früheren Reporter-Job beim amerikanischen Fernsehsender Fox-News unterscheidet. Da es sich um ein Hintergrund-Gespräch handelte, wollen wir uns an die Regel der Vertraulichkeit halten. Nur so viel sei verraten: Der Vergleich fiel sehr militärisch aus; da war von „friendly fire“ die Rede und davon, dass unter jedem Papier eine Tretmine lauern könne.

Ähnlich spannend war das Treffen mit Annette Schavan, der Botschafterin der Bundesrepublik Deutschland beim Heiligen Stuhl. Auch sie fand einen solchen Gefallen an den Fragen der deutschen Journalisten, dass sie ihren Zeitplan kurzentschlossen beiseite legte und tief in die Unterhaltung eintauchte. Besonders aufschlussreich waren ihre Schilderungen, in welcher Weise der Vatikan als diplomatische Drehscheibe in den internationalen Konflikten agiert. Und dass die Botschaft als Knotenpunkt für den offenen Austausch zwischen kirchlichen, gesellschaftlichen und wissenschaftlichen Akteuren dient, überraschte nicht weniger.

Ein sehr wichtiger Knotenpunkt für deutsche Journalisten ist das Centrum Informationis Catholicum (CIC). Hinter dem lateinischen Namen verbirgt sich das römische Korrespondentenbüro, das die Katholische Nachrichten-Agentur (KNA) gemeinsam mit ihren Partner-Agenturen aus Österreich und der Schweiz unterhält. Büroleiter Thomas Jansen gab seinen Gästen bereitwillig Auskunft und tiefe Einschätzungen über Vorgänge am Heiligen Stuhl, etwa bei der Kurienreform. Eine Drehscheibe anderer Art, aber ebenso wichtig, ist der Campo Santo Teutonico – genauer gesagt: nicht der deutsche Friedhof als solcher, sondern das wissenschaftliche und theologische Leben in dem dazu gehörenden Gebäude-Komplex. Rektor Dr. Hans-Peter Fischer stellte diesen ungewöhnlichen Ort vor.

Ein Besuch bei Radio Vatikan und ein Treffen mit den Korrespondenten großer deutscher Medien in Rom vermittelte Einblicke in deren alltägliche Arbeit an einem Ort, der zu den interessantesten  Plätzen weltweit zählt. Ganz praktisch und anschaulich wurde es schließlich beim Besuch in der weltweiten Zentrale des Jesuitenordens und dem dort angesiedelten „Jesuit Refugee Service“. Dazu passte gut, dass die deutschen Journalisten zumindest für einen halben Tag Gelegenheit hatten, an einem internationalen Kongress der päpstlichen Stiftung „Centesimus annus“ teilzunehmen, bei dem es um unternehmerische Initiativen im Kampf gegen die Armut und die Herausforderungen der anschwellenden Flüchtlingsströme ging. In der Halle, in der sonst die Bischofssynoden stattfinden, gaben sich Kardinäle und hochrangige Wirtschaftsführer die Klinke in die Hand, so dass die Pausen genutzt werden konnten, um mit dem einen oder anderen von ihnen ins direkte Gespräch zu kommen.

Kolleginnen und Kollegen von Rundfunk und Fernsehen, großen Verlagshäusern und vergleichsweise kleinen Kirchenzeitungen zählten zu der bunten Gruppe, so dass auch die Gespräche untereinander viel Stoff boten. Die KNA-Promedia-Stiftung hat sich vorgenommen, dieses Reiseformat fortzusetzen: Türen zu öffnen für die sehr spannenden Seiten des katholischen Lebens in Deutschland und weltweit.


Impressionen Rom 2016




Rückschau Berlin 2014: Zwischen Bahnstreik und Bundestag

Eine Woche Berlin - im November 2014. An- und Abreise mit der Deutschen Bahn. Gerade in Berlin angekommen, wird die Vermutung zur Gewissheit. 90 Stunden Bahnstreik stehen uns bevor. Wie wir zurückkommen, weiß noch niemand. Egal. Erst einmal Berlin genießen. Und das Genießen begann gleich am ersten Abend im KNA-Hauptstadtbüro. Büroleiter Christoph Scholz erklärte uns, was ein Journalist in Berlin zu tun und nicht zu tun hat. Wie die Arbeit der Berliner KNA funktioniert. Und worin der Unterschied zur "Provinz" besteht. Dass Berlin auch „Heimat“ bedeutet, wurde uns gleich am ersten Abend noch bewusst: ein schöner Ausklang bei Kölsch und Reibekuchen – in Berlin!

Berlin hat aber auch traurige Seiten: Am nächsten Tag führte uns Rita Eifel durch die NS-Gedenkstätte Plötzensee. Für alle ein bewegender Ort. Auch im Hinterkopf: Wir als Journalisten haben die Aufgabe, so etwas nie wieder zuzulassen.

Nachmittags ging es in den Bundestag. Der ehemalige Verteidigungsminister Franz Joseph Jung, jetzt Kirchenbeauftragter der Unionsfraktion, sprach mit uns über seine Aufgabe, Sterbehilfe und Flüchtlinge in Deutschland. Danach durfte natürlich ein wichtiges touristisches Ereignis nicht fehlen: Einmal im Leben durch die Reichstagskuppel laufen! Abends hatten wir die Möglichkeit, bei einem wunderbaren Essen und gutem Rotwein mit erfahrenen Journalisten aus der Hauptstadt zu reden. Wahrscheinlich nicht nur für den Nachwuchs eine große Bereicherung.

Am Donnerstag ging es dann ins katholische Büro. Nach einem Spaziergang durch die morgendliche Hauptstadt erreichten wir unser Ziel. Doch einer fehlte: Prälat Karl Jüsten. Dieser wurde noch auf einem Termin festgehalten und wir merkten wieder einmal, dass der politische Betrieb in Berlin niemals zur Ruhe kommt.  Doch nach einer ausführlichen Runde, in der wir in die Arbeit des Katholischen Büros eingeführt wurden, stieß er bei Keksen und Kaffee zu uns und wir konnten alle unsere Fragen rund um Kirche und Politik in der Hauptstadt loswerden. Wie es sich für junge und wissbegierige Journalisten gehört, löcherten wir ihn zu aktuellen Themen wie Sterbehilfe und Asylpolitik, bis für ihn auch schon wieder der nächste Termin anstand. Die Mittagszeit stand zur freien Verfügung und so zogen wir in kleinen Grüppchen los und entdeckten Sehenswürdigkeiten, wie den Mauerpark oder genossen einfach nur die Hauptstadt mit ihren vielfältigen kulturellen und kulinarischen Angeboten.

Am Nachmittag  trafen wir uns dann alle wieder, um gemeinsam die Apostolische Nuntiatur, also die offizielle Vertretung des Heiligen Stuhls in der Bundesrepublik, zu besuchen. Dort wurden wir in die Arbeitsfelder und Aufgaben des Nuntius eingeführt und so manch einer nutzte sogar die Gelegenheit, einmal auf einem Stuhl zu sitzen, auf dem sich sogar schon mal ein Papst höchstpersönlich ein bisschen Ruhe gegönnt hatte. Nach einer Führung durch die Marmorhallen des Hauses und die Kapelle feierten wir gemeinsam mit Weihbischof Matthias Heinrich Gottesdienst. Danach lud er uns zum Hintergrundgespräch bei Rotwein und kleinen Leckerbissen ein. In offener Art konnten wir auch hier wieder unseren Fragen freien Lauf lassen. Natürlich alles unter Drei.

Am Freitagmorgen wartete noch ein besonderes Highlight auf uns: der Besuch des Bundeskanzleramtes. Die vielen Einblicke hinter die Kulissen der großen Politik hatten uns sogar den Bahnstreik vergessen lassen, der uns mit Blick auf unsere anstehende Heimreise aber wieder ins Gedächtnis rückte. Den Abschluss bildete ein letztes Hintergrundgespräch mit dem Kirchenbeauftragten des Bundeskanzleramtes, Rudolf Teuwsen. Danach hieß es Abschied vom Hauptstadttrubel und Rückkehr in unsere Redaktionen, mit vielen neuen Eindrücken und Erfahrungen im Gepäck.

Text: Maike Müller und Samuel Dekempe

Fotos: Ruth Kitz und Hannes Leitlein


Impressionen Berlin 2014


RECHTZEITIG INFORMIERT

Wir nehmen Sie gerne in unseren Verteiler zur unverbindlichen Information über die nächste Reise auf. Schreiben Sie dazu bitte eine kurze Mail an unser Büro.